Wir über uns

Die Kaiser Ruprecht Bruderschaft wurde am 21. August 1977 auf dem Königsstuhl in Rhens gegründet. Der Gründungstag war zugleich der Jahrestag, an dem im Jahre 1400 an gleicher Stelle Kurfürst Ruprecht von der Pfalz zum römisch-deutschen König erhoben wurde.

Vorrangiges Anliegen der Gründungsväter war es, den damals zunehmend in Vergessenheit geratenen Königsstuhl und seine Bedeutung als ein Zeugnis der deutschen Verfassungsgeschichte nachhaltig ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Sie wählten für die Vereinigung die aus dem Mittelalter entlehnte Form und Bezeichnung einer Bruderschaft und entschieden sich bei der Namensgebung bewusst dafür, den bis ins 19. Jhd. durchaus üblichen Brauch zu folgen und Ruprecht - obwohl historisch nicht korrekt - den Kaisertitel zuzuschreiben.

die Bruderschaft

Die Kaiser Ruprecht Bruderschaft ist eine Vereinigung – kein Verein – dem ausschließlich männliche Mitglieder angehören. Sie wird von dem jährlich zu wählenden Kanzler geführt, der dabei von dem Schreiber und dem Säckelmeister unterstützt und durch einen Kanzlerrat beraten wird.

Die Bruderschaft ist bundesweit angelegt. Es können also aus allen Teilen der Bundesrepublik und aus allen Schichten der Bevölkerung Männer, die bereit sind, Idee und Ziel der Bruderschaft zu fördern und zu unterstützen, in die Bruderschaft eintreten.

Ihrem Wesen nach ist sie überparteilich und überkonfessionell. Auf Ausgleich und Zusamenwirken verfassungstreuer Bürger ist sie ausgerichtet.

Von den derzeit weit über 100 Mitgliedern kommt die überwiegende Anzahl aus dem Großraum Koblenz. Daneben gibt es aber auch eine Reihe von Mitbrüdern, die sich auf das gesamte Bundesgebiet verteilen. Sie alle eint das Interesse an der deutschen Geschichte und im Besonderen das Anliegen, die mit dem Königsstuhl in Rhens verbundene Geschichte wach zu halten.

Geschichtsbewußtsein wach halten

Nach dem verheerenden 2. Weltkrieg hatten und haben wir Deutschen es schwer, uns mit unserer deutschen Geschichte zu identifizieren, zumal von 1933-45 ein sehr einseitig politisch gefärbtes Geschichtsbild "veröffentlicht" wurde, zum anderen wurde auch in preußischer Zeit das deutsche Geschichtsbild mehr in heroischen Farben gemalt, während es die Geschichtsforschung sehr wohl ermöglichte, das breite Spektrum der deutschen Geschichte aufzufächern.

Mit diesem Nachkriegserscheinungen ist Geschichtsbewußtsein bei den breiten Schichten der bundesdeutschen Bevölkerung verlorengegangen. Es gibt einen Teil von Geschichtsinteressierten, die sich am liebsten allein mit der Geschichte nach 1945 beschäftigen möchten, um vor allem die Geschichte des Dritten Reiches zu verdrängen, für andere beginnt die deutsche Geschichte erst 1848, für wieder andere 1871, während das mittelalterliche Geschichtsbild nur noch in Fragmenten bewußt ist, obwohl es bedeutende kulturelle, politische und wirtschaftliche Entwicklungen gegeben hat.

Um einen Beitrag zur Wiedergewinnung deutschen Geschichtsbewußtsein zu leisten, wurde die Ruprecht-Bruderschaft gegründet. Nach der Idee der Gründungsinitiatoren, niedergelegt in der Gründungsakte, auf die alljährlichen der Bruderschaftskanzler verpflichtet wird, stellt sich die Ruprecht-Bruderschaft somit die Aufgabe, "das historische Andenken an den Königsstuhl zu Rhens und besonders den damit verbundenen Teil der deutschen Geschichte zu pflegen und lebendig zu halten", wie es in der Gründungsakte heißt, "zum Wohle des deutschen Vaterlandes in einem sich einigenden Europa".

die Aufgaben der Bruderschaft

Um einen Beitrag zur Wiedergewinnung deutschen Geschichtsbewußtsein zu leisten, wurde die Ruprecht-Bruderschaft gegründet. Nach der Idee der Gründungsinitiatoren, niedergelegt in der Gründungsakte, auf die alljährlichen der Bruderschaftskanzler verpflichtet wird, stellt sich die Ruprecht-Bruderschaft somit die Aufgabe, "das historische Andenken an den Königsstuhl zu Rhens und besonders den damit verbundenen Teil der deutschen Geschichte zu pflegen und lebendig zu halten", wie es in der Gründungsakte heißt, "zum Wohle des deutschen Vaterlandes in einem sich einigenden Europa".

Es kristallisieren sich also, löst man den Satz in seine geistige Bestandteile auf, drei Aufgaben heraus:

  1. Das Monument Königsstuhl zu bewahren und in einem würdigen Zustand zu erhalten als Zeichen seiner Zeit, die ein bewegendes Stück mittelrheinischer und deutscher Geschichte des Mittelalters war.
     
  2. Das Geschichtsbewußtsein fördern zu helfen, weil die Geschichte lehrt, daß ein Volk ohne Kenntnis seiner Geschichte, in die die Geschichte der Nachbarvölker mitverwoben, wurzellos wird. Wir aber wollen dem entgegenwirken und möchten, um eine Aussage eines heutigen Journalisten aufzugreifen, "unsere Geschichte wiederfinden".
     
  3. Die dritte Aufgabe heißt, dem Frieden dienen, in dem wir um ein besseres Verstehen von Volk zu Volk bemüht sind - so geschehen durch den Friedensappell der Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft PAX OPTIMA RERUM - Der Friede ist das Höchste aller Dinge-, der 1980 vom Königsstuhl zu Rhens ausging und in die bewahrenden Händen der Vereinten Nationen gelangt ist, als Zeugnis des tiefen Friedenswillens zahlreicher deutscher Städte und Gemeinden in wohlverstandener Vertretung aller Deutschen guten Willens.

warum der Königsstuhl

Die Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft zur Pflege des Andenkens vom Königsstuhl zu Rhens und deutscher Geschichte ist nach der Idee der Gründungsinitiatoren deshalb am Königsstuhl zu Rhens gegründet worden, weil das Monument Königsstuhl ein Symbol der vergessenen deutschen Geschichte ist Rhens, einst Beratungsort deutscher Fürsten in Angelegenheiten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, ist im Laufe der Geschichte immer mehr in Vergessenheit geraten, insbesondere nachdem sich die Kaisermacht nach Österreich verlagert hatte. Zuvor aber tagten von "altersher" die Kurfürsten des Reiches im Nußbaumgarten zu Rhens. Die wichtigsten Daten sind die Vorgespräche zur Wahl Rudolfs von Habsburg, die Wahl von Karl IV., König und Kurfürst von Böhmen, und die Wahl von Ruprecht, Kurfürst von der Pfalz, und der Beschluß des Kurvereins v. 16.7.1338.

Karl IV. hatte in Erinnerung an seine Wahl in Rhens die Rhenser Bevölkerung per Edikt "ermuntert", den Königsstuhl zu erbauen, und er beschied, daß der jeweils gewählte deutsche König auf dem Weg von der Wahlstadt Frankfurt zur Krönungsstadt  Aachen in Rhens den Königsstuhl besteigen sollte, um sich dort erstmals nach der Wahl dem Volk zu zeigen.

Mit diesem kaiserlichen Edikt war für Rhens ein wichtiges Privileg verbunden, nämlich die Zollfreiheit vom kurkölnischen Rhens in das kurtrierische Koblenz und das Marktrecht Koblenz.

das historische Rhens

Vom Standort des Königsstuhlsher, oberhalb Rhens am Rhein auf der Schawall gelegen, ist die Bruderschaft auf engste mit dieser Stadt verbunden.

"Die günstige Grenzlage zu den vier der sieben Kurfürstentümer ließ Rhens zum Versammlungsort der Kurfürsten werden, die erneut 1273 hier zusammenkamen", notiert Dehio. Es waren die Territorien der Kurfürsten von Kurtrier, Kurköln und Kurmainz, und nahebei lag dann auch noch das kurpfälzische Braubach mit der Marksburg.

Die anderen Kurfürstentümer waren das Königreich Böhmen, Kursachsen und das Kurfürstentum Brandenburg. Drei der Kurfürstentümer waren von Erzbischöfen besetzt, nämlich Kurköln, Kurmainz und Kurtrier. Der Kanzler des Reiches war jeweils der Kurfürst von Mainz.

In seines historischen Bauten bewahrt Rhens, als Zeugnis seiner Geschichte, Teile der Stadtbefestigung mit Josefstor, Rheintor und Viehtor und an der südlichen Rheinfront den Scharfenturm. Dann der prächtige Fachwerkbau des Alten Rathauses, in dessen Nachbarschaft, wie auch im Ortskern und am Rhein, schöne Fachwerkhäuser erhalten sind, und der würdige, auf einem Hügel außerhalb der Stadtmauer errichtete frühmittelalterliche Sakralbau der Dionysiuskirche.

die Gründungsmitglieder

am 21. August 1977 haben die folgenden Herren den Gründungsakt der Vereinigung unterzeichnet.:

·               Bernward Dieme

·               Michael Dillmann

·               Jakob Kron

·               Hans Nick

·               Helmut Rössling

·               Engelbert Weber